Das
heutige Franzensbad hat seinen Ursprung nahe der früheren freien
Stadt Eger, heute Cheb genannt. Die Heilquellen waren schon im 15.
Jh. bekannt. Damals haben die Bürger von Eger - meist Frauen - das
Heilquellwasser in Tonkrügen in die Stadt getragen, wo die Kurgäste
lebten.
1791
hat der städtische Arzt Dr. Bernard Vinzens Adler ein Gebäude um
die Heilquellen bauen lassen, um die kostenlose Ausgabe des Quellwassers
einzuschränken. Die "Brunnenfrauen" sahen ihr Recht auf kostenlose
Entnahme des Heilwasser verletzt, weshalb sie das Gebäude zerstörten.
Als sich Dr. Adler bei Kaiser Leopold II, der in Prag residierte,
über die Zerstörung beschwerte, intervenierte der König und die
Stadtoberen entschieden, einen Kurort zu gründen. Alle Landparzellen
wurden verlost, viele Einwohner begannen, das Gebiet zu entwickeln.
Damals versuchte sich "Franzensdorf" erstmals als Kurort. Schon
1807 wurde der Ort in "Kaiser Franzensbad" umbenannt nach Kaiser
Franz I von Österreich.
Mehr
und mehr Kurgäste kamen nach Franzensbad, um durch die wertvollen,
natürlichen Heilmittel, wie z. B. kohlenstoffhaltiges Mineralwasser,
das aus 21 Quellen sprudelt, geheilt zu werden. Weitere Heilmittel
sind natürliches Heilgas und das einmalige Moor, bekannt seit mehr
als 100 Jahre als "Franzensbad Mineralschlamm".
Gekrönte
Häupter wie Kaiser Franz I, seine Tochter Marie-Louise, Zar Alexander,
Fürst von Metternich und Feldmarschall Blücher folgte der Tradition.
Andere berühmte Gäste kurten in Franzensbad, wie Schiller, Beethoven
und Goethe. In den letzten hundert Jahren hat sich nichts verändert,
die einmalige Kurarchitecktur des 19. Jh. mit seinen großen Parks,
den Brunnen, Wandelgängen und -hallen erstrahlen heute wieder im
alten Glanz.
Auch wenn die Stadt in ihrem historischen Erscheinungsbild unverändert
geblieben ist, so wurden die Heilwirkungen in den letzten vier Jahrhunderten
weiter vervollkommnet und die Kureinrichtungen immer auf den modernsten
Stand gebracht.