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Radtouren durch den VenetoAuf sanften Hügeln eine wahre Farbpalette
Valeggio, Custoza und Umgebung

Valeggio und seine Umgebung sind ein Gemälde von Manet. Die
Farben, das Gelb der Getreidefelder, das Flaschengrün der
Weingärten, das Smaragdgrün des ruhigen Wassers des Mincio, das
Zinnoberrot der Seerosen des Parks Sigurta, dies ist eine
natürliche Farbpalette, wie sie sich ein Maler nur wünschen
kann. Bei der Entdeckung von Valeggio gehen wir diskret vor,
sozusagen mit der Befürchtung, auf diese Farben zu treten, und
staunen über das Leben auf den Feldern, das Rauschen des Flusses
unter den Fenstern der Häuser, die plaudernden Gäste an den
Tischen der Bars im Freien. Wir fahren vom Platz des Städtchens
los und biegen nach rechts auf die Straße nach Villafranca; es
ist eine ebene breite Straße, die nach einigen Kilometern an
einer Gabelung eine Linkskurve beschreibt, und zwischen niedrigen
Weinhügeln langsam ansteigt; von hier genießt man einen weiten
Blick über gutkultivierte Mais- und Rübenfelder. Nachdem wir
die ersten Häuser und Gasthäuser erreicht haben, geht es an
einer alten Villa vorbei abwärts nach Custoza. Hier werden wir
in die geschichtliche Epoche des Risorgimento zurückversetzt,
das mit vielen Opfern für die Einheit Italiens verbunden war.
Wir steigen zum Ossario (Beinhaus), einem Denkmal in Form eines
Obelisken, das man schon von Weitem sieht, hinauf. Die Straße
geht wieder abwärts durch Maisfelder, Pappelhaine und
Weingärten. Nach 4 km Straße, die jetzt etwas enger, dafür
aber besonders ruhig wird, kommen wir an eine Kreuzung und halten
uns links; frohgemut geht es weiter zwischen Häusern bergauf und
bergab. Wir gelangen an die Kirche von S. Rocco mit einigen
Zypressen, betrachten die sanften Hügel, Endmoränen des
Gardagletscher, und befinden uns nun auf der Straße, die von
Peschiera kommt, am Ortseingang von Valeggio. Olivenhaine und
Weingärten vermitteln Frieden wie Priester des Altertums. An der
Ampel in Valeggio fahren wir nach rechts und kommen nach 800 m
nach Borghetto, einer kleinen alten Gemeinde mit bäuerlichem
Charakter, überragt von einer Brücke aus der Zeit der Visconti,
von der aber nur die zerfallenen Wachttürme erhalten sind. Am
Fluß Mincio liegt der Giardino Sigurta, ein Park mit
vielerlei Blumen, Pflanzen, kleinen Seen. Man kann den Park im
Auto auf einer 7 km langen Strecke besichtigen. Einer seiner
Kunstwerke sind die Buchsbäume, eindrucksvolle
"Skulpturen", die die Natur selbst im Laufe der
Jahrhunderte geschaffen hat.

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