Ratschings
(Ratschings-, Ridnaun- und Jaufental)
Ratschings

Südtiroler Landesbergbaumuseum

Der Schneeberg, zwischen dem Passeier- und Ridnauntal gelegen, war im Mittelalter ein Silberbergwerk. An der Wende zur Neuzeit wurde der dort gewonnene Bleiglanz immer bedeutender, weil man das Schwarzer Fahlerz nur verhütten konnte, wenn man reichlich Blei zu Verhüttung hatte. Als man dann Ende des 19. Jahrhunderts auch noch die am Schneeberg reichlich vorhandene Zinkblende zu nützen lernte, kam es zur sehr erfolgreichen Aufgewältigung der Gruben am Schneeberg unter der Regie des k.k. Finanzministeriums.
Die Knappen, welche die Lagerstätte ausbeuteten, lebten im Sommer und im Winter in der Knappensiedlung St. Martin auf der Passeirer Seite des Schneeberges in 2354 m Meereshöhe. Die Siedlung bestand aus Wohn- und Betriebsgebäude, aber auch aus einem Kirchlein und einem Spital. Zeitweise gab es auch eine Schule.
Nach der Einstellung des Bergbaubetriebes am Schneeberg im Jahre 1967 verfiel die Knappensiedlung. Als das Land Südtirol den Schneeberg ins Projekt des Landesbergbaumuseums aufnahm, begannen ziemlich umfangreiche Restaurierungsarbeiten, die nun mehr oder weniger abgeschlossen sind.
Das ehemalige Verwaltungsgebäude und das alte Knappengasthaus sind zu einem Schutzhaus geworden. Die frühere Schmiede ist als Schauraum eingerichtet, wo die Bergwerksgeschichte des Schneebergs dokumentiert ist. Außerdem finden regelmäßig Führungen durch das Bergwerksgelände statt, die auch das Befahren von alten Stollen einschließen.
Sowohl von Passeier als auch von Ridnaun aus wird eine Tagestour zum Schneeberg angeboten, die als Ziel das ehemalige Knappendorf hat, aber auf einer Strecke den Gebirgskamm zwischen Passeier und Ridnaun unter Tage quert, indem der Karl- und der Poschhausstollen befahren werden, zusammen sind sie 6 km lang. Anmeldungen für diese Tour sind zu richten entweder an den Museumsbereich Schneeberg-Ridnaun oder an die Schutzhütte Schneeberg.

Am Talschluß von Ridnaun, in Maiern, wurde in den letzten Jahren als Teil des Landesbergbaumuseums der Museumsbereich Schneeberg-Ridnaun errichtet. Er erinnert eindrucksvoll an die über Jahrhunderte fortdauernde große Bedeutung dieses Bergwerkareals. In der Bergwerksanlage erlebt der Besucher hautnah die harte und gefahrvolle Arbeit der zahlreichen Knappen währen ihrer Tätigkeit.
In Maiern befand sich die Erzaufbereitungsanlage. Dort wurde das Erz vom tauben Gestein getrennt. In dieser Anlage beginnt die etwa eineinhalb Stunden dauernde Führung. Der knapp 200 m lange Schaustollen zeigt anschaulich die tägliche Arbeit der Bergknappen und die Entwicklung des Bergbaus vom Mittelalter bis in die neuste Zeit. In der Dokumentationsstelle, die sich in den alten, renovierten Verwaltungsgebäuden befindet, sind folgende Bereiche fachmännisch und anschaulich erfaßt: Mineralogie, Geologie, Stollenarbeit, Erztransport und Knappenleben. Außerdem: Grubenrisse, Akten und Schriftstücke dieser untergegangenen Epoche. Seit kurzem gibt es zusätzlich Führungen: im Geländewagen von Maiern durch das Lazzachertal bis zum Poschhausstollen auf 2000 m Höhe. Von hier übers Kaindljoch (2685m) in die alte Knappensiedlung St. Martin (2355m), wo eine Rast im alten "Herrenhaus" eingelegt wird, der heutigen Schneeberghütte mit Restaurant und Übernachtungsmöglichkeiten.
Nun folgt die Begehung des historischen Karlsstollens, aufgeschlagen 1660, und des sich daran anschließenden Poschhausstollens, dessen letzte drei Kilometer mit der alten Grubenbahn gefahren werden. Zurück nach Maiern gelangt man entweder zu Fuß, was eine reizvolle Wanderung ist, oder mit dem Geländewagen. Bei diesem Besuch des Knappenwesens am Schneeberg handelt es sich um eine Tagestour.
Erinnert sei an dieser Stelle, daß bereits seit dem frühen 13. Jahrhundert der Bergbau im Gebiet des Schneebergs zwischen den beiden Talschaften von Ridnaun und Passeier urkundlich nachweisbar ist: Im Bozner Notarsbuch geht im Jahre 1237 die Rede von: "das gute Silber vom Schneeberg". In den ersten Abbauphasen wurden die reichen Silbervorkommen regelrecht ausgebeutet, später galt der Schneeberg als die größte Blei- und Zinklagerstätte Tirols.
Als Blütezeit mag das Jahr 1486 gelten, als in 70 Stollen nicht weniger als 1000 Knappen den spuren der Kostbaren Adern im Gestein folgten und den Boden immer dort aufbrachen, wo sie den Lauf der Ader vermuteten. Das Abbaugebiet lag auf einer Höhe zwischen 200 und 2480 m. die Knappensiedlung St. Martin war bis in die neueste Zeit bewohnt. Es gab auch eine Schule für die Kinder der Bergarbeiter, und noch so mancher weiß zu erzählen, daß er dort oben geboren wurde! Das kleine Gotteshaus, die Kapelle Maria im Schnee, wurde ebenfalls restauriert und ergänzt stimmungsvoll die Reise in die Vergangenheit. In diesem Zusammenhang sei gesagt, daß sie eine gleichnamige Kapelle im Becherhaus, dem höchsten Schutzhaus Südtirols (3195 m), befindet. Eine Bergtour dorthin dauert ab Maiern etwa acht Stunden und setzt Kondition und Hochgebirgserfahrung voraus.
Bis zur Knappensiedlung führt der größten Übertageförderanlage der Welt entlang ein Lehrpfad ab Mareit. Die einzelnen Stationen sind mit kupfernen Hinweistafeln erklärt. Dazu ein Hinweis: Gehzeit von Mareit bis Maiern etwa 3 Std.: von Maiern nach St. Martin rund 5 Std. und etwa 3 ½ Std. zurück.

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