| Ferrari-Spumante servieren: eine Kunst, die man erlernen
kann
Der nach der klassischen Methode hergestellte Spumante erfordert
strenge Regeln der Aufbewahrung und des Servierens, um seinen ganzen
Zauber entfalten zu können. Zuallererst empfiehlt es sich, ihn
kurz nach dem Kauf zu trinken. Man kann ihn natürlich aufbewahren,
aber nur unter bestimmten Bedingungen. Die erste Regel ist, daß
man ihn waagerecht in dunklen Räumen bei einer konstanten Temperatur
zwischen zwölf und vierzehn Grad lagern soll. Niemals im Kühlschrank
aufbewahren; dort kann man ihn einige Stunden vor dem Servieren hineinstellen.
Die ziemlich verbreitete Gewohnheit, den Sekt in den Tiefkühler
zu stellen, damit er schneller die gewünschte Temperatur erreicht,
ist eine zu verurteilende Brutalität. Am besten serviert man nach
der klassischen Methode hergestellten Sekt gemäß einem
Ritual, das kein Selbstzweck ist, sondern durch den sich, der Geschmack
und die Harmonie des Sektes voll entwickeln können. Die ideale
Temperatur beim Servieren erhält man, indem man die Flasche in
einen Sektkübel stellt, der halb mit Wasser und halb mit Eiswürfeln
gefüllt wird. Das Eintauchen in das Eiswasser für zwanzig Minuten
läßt den Sekt nach und nach abkühlen; ein sanfter
Übergang, um das zu genießen - das ist das passendste Verb
-, was man trinkt. Auch beim Öffnen der Flasche ist sanftes Vorgehen
gefragt. Der Knall des Korkens trägt zwar zur festlichen Atmosphäre
bei, mindert aber den späteren Genuß. Die Fotos auf diesen
Seiten zeigen, wie eine Flasche nach der klassischen Methode hergestellter
Sekt geöffnet werden muß. Will man die Flasche mit Eleganz
öffnen, muß sie im Sektkübel bleiben: sie muß
leicht geneigt sein und der Daumen muß auf den Korken gedrückt
werden, damit dieser nicht herausspringt. Man hält den Flaschenhals
in der linken Hand und den Korken in der rechten; dann dreht man die
Flasche von rechts nach links, wobei eine Hand über das Glas
gleitet und die andere den Korken festhält. Durch die sanfte
Drehung kann der Korken langsam und leise aus der Flasche kommen.
Die Flasche ohne Korken wird aus dem Sektkübel genommen und abgetrocknet.
Man gießt ein wenig Sekt in ein Glas - eine Sektflöte wird
niemals ganz voll geschenkt - und zwar ganz langsam, damit Duft und
Aroma die Zeit und den Platz haben, um sich voll zu entfalten. Ein
letzter Tip: die Gläser, aus denen man klassischen Sekt trinkt,
sollten nie mit Spülmittel abgewaschen werden, da dieses den
Geschmack vermindert. Es empfiehlt sich, sie mit warmem Wasser zu
waschen. Auch das ist Teil des Rituals.
|